Referenzen

Projekte, die zeigen, wie wir arbeiten.

Keine Logo-Wand, sondern Beschreibungen mit genug Substanz, dass Sie beurteilen können, ob wir zu Ihrem Vorhaben passen. Arbeiten für Institutionen nennen wir beim Namen; Auftraggeber aus der Wirtschaft beschreiben wir nach Aufgabe und Ergebnis, solange keine Freigabe vorliegt.

Institutionen und Forschung

Projekt

AOP-XML: ein Austauschformat für toxikologische Wirkketten

Europäische Kommission, Gemeinsame Forschungsstelle (JRC), im Kontext eines OECD-Programms

Wissen über Wirkketten – wie ein molekularer Erstkontakt über Zwischenschritte zu einem schädlichen Effekt führt – lag in mehreren Datenbanken, die einander nicht lesen konnten. Wir haben das Format entworfen, das sie verbindet.

  • Entwurf der Dokumentarchitektur auf Basis des OECD-Templates 201, abgestimmt mit der zuständigen Sachverständigengruppe und dem Entwicklungsteam der Wissensbasis
  • Implementierung als XML-Schema-Definition, versioniert und übergabefähig an ein Repository der Auftraggeber
  • Java-Referenzanwendung, die aus Fachdaten gültige Dokumente erzeugt, mit offenem Quellcode
  • Validator in drei Ausprägungen – Konsolenanwendung, Desktop-Werkzeug und Web-Service –, damit Datenlieferanten vor der Einreichung selbst prüfen können
  • Exportanwendung in C#/.NET Core, die Wirkketten- und Chemikaliendaten aus der bestehenden Wiki-Plattform in das neue Format überführt, lauffähig unter Windows und Linux und in die Web-Anwendung integrierbar
  • Vorstellung des Formats und Klärung der Rückfragen auf einer Arbeitssitzung in den Räumen der US-Umweltbehörde EPA in Durham, North Carolina, mit anschließender Einarbeitung der Änderungswünsche

Warum es typisch für uns ist: Die eigentliche Arbeit lag nicht im Schreiben eines Schemas, sondern darin, zwischen mehreren Teams mit unterschiedlichen Datenmodellen eine Fassung zu verhandeln, mit der alle arbeiten können – und sie so zu dokumentieren, dass sie ohne uns weiterlebt.

Projekt

Effectopedia: Plattform für quantitative Wirkkettenmodelle

OECD, mehrjährig über mehrere Vertragsphasen

Eine bestehende wissenschaftliche Softwareplattform sollte von der qualitativen Beschreibung von Wirkketten zu quantitativen, datengestützten Beziehungen kommen – und dabei stabil genug für eine öffentliche Version 1.0 werden.

  • Funktionen für quantitative Wirkketten: Dosis-Wirkungs-Kurven je Prüfsubstanz, Wirkungs-Wirkungs-Beziehungen mit linearer, Schwellenwert- und experimenteller Approximation sowie Ableitung dieser Beziehungen aus verknüpften Dosis-Wirkungs-Daten
  • Zeitliche Konkordanz in den Beziehungen zwischen Schlüsselereignissen – über den Vertragsumfang hinaus umgesetzt
  • Automatisierte Konsistenztests: Testabdeckung für rund 2.000 als vorrangig eingestufte Methoden in einer Codebasis von über 9.000, zuzüglich eines Systems zur Fehlerberichterstattung aus dem laufenden Betrieb
  • Gemeinsamer Authentifizierungsdienst über alle Inhalte der Plattform hinweg
  • Aufbau und Betrieb eines Lernmanagementsystems für Online-Schulungen sowie eines Redaktionssystems für den öffentlichen Auftritt
  • Übernahme der von der OECD freigegebenen Wirkketten aus der Wiki-Plattform, Unterstützung des neuen Austauschformats und eines Trainingsservers, auf dem Beitragende alle Schritte einschließlich Veröffentlichung gefahrlos üben können
  • Serverinfrastruktur, Monitoring und Domainverwaltung; Begleitung der Beta-Phase mit Schulungsunterlagen

Warum es typisch für uns ist: Wir haben nicht neu gebaut, sondern ein gewachsenes System belastbar gemacht – Tests, Authentifizierung, Betrieb und Schulung –, damit die Fachleute sich um Inhalte kümmern können statt um Abstürze.

Produktentwicklung: Plattform für Sportinnovation

Seit mehreren Jahren sind wir technischer Partner von Powerplay One, einem Anbieter für Innovationsberatung im Sportbusiness. Aus einem Fachbuch und einer Sammlung von Arbeitsvorlagen ist dabei eine Software geworden – der längste durchgehende Produktaufbau in unserem Portfolio.

Projekt

Vom Fachbuch zur Bewertungsplattform

Powerplay One, mehrjährig, laufend

Grundlage ist ein Bewertungsmodell für die Innovationsfähigkeit von Sportorganisationen mit zehn Dimensionen und rund 84 Arbeitsvorlagen. Auf Papier funktionierte es in Workshops; als Software musste es gewichtet, gespeichert, abgerechnet und erklärt werden.

  • Bewertungslogik mit gewichteten quantitativen und qualitativen Fragen, ausgewertet zu einer Reifegradmatrix über drei Phasen
  • Vorlagenbibliothek mit Fortschrittsverfolgung sowie Empfehlungen, welche Vorlage zum jeweiligen Ergebnis passt
  • Nutzerkonten, Verlauf mehrerer Bewertungen über Zeit, PDF-Export der Ergebnisberichte
  • Abomodell mit kostenfreier und kostenpflichtiger Stufe, Zahlungsabwicklung und Anbindung an gängige Projektwerkzeuge
  • Aufbau eines Vorlagen-Renderers, der neue Vorlagen aus einer Konfigurationsdatei erzeugt, statt jede einzeln zu programmieren – Formulare, Matrizen, Checklisten und Canvas-Layouts aus einer gemeinsamen Komponentenbasis
  • Betrieb auf eigener Infrastruktur mit Reverse Proxy, Prozessverwaltung und automatisch erneuerten Zertifikaten

Warum es typisch für uns ist: Der schwierige Teil war nicht die Oberfläche, sondern die Übersetzung eines Beratungsmodells in eine Datenstruktur, die man versionieren, abrechnen und später erweitern kann – dieselbe Aufgabe wie bei einem Austauschformat für Behörden, nur mit anderem Fachgebiet.

Projekt

Wissensassistent auf dem eigenen Fachbuch

Powerplay One

Das Fachwissen des Anbieters lag in einem Buch – gut geschrieben, aber nicht abfragbar. Wir haben daraus einen Assistenten gebaut, der Fragen beantwortet und seine Antworten auf Buchstellen zurückführt.

  • Aufbereitung des Buchtextes in knapp 500 sinnvoll geschnittene Abschnitte, Einbettung und Ablage in einer Vektordatenbank
  • Abfrage- und Antwortdienst als API mit angebundener Weboberfläche
  • Migration der Sprachmodell- und Einbettungsschicht von einer Cloud-Plattform auf eine andere, ohne die Anwendung neu zu schreiben – die Austauschbarkeit war von Anfang an eingeplant
  • Übersetzung des deutschen Ausgangswerks ins Englische und Arabische über eine wiederholbare Verarbeitungskette, mit Erhalt von Struktur, Fachbegriffen und Sonderzeichen
Projekt

Prüfung einer Datenarchitektur unter Last

Powerplay One, Begutachtung eines fremden Entwurfs

Für ein neues Produkt lag ein Datenbankentwurf eines Dritten vor, samt Inhaltsverzeichnis mit mehreren Zehntausend Einträgen. Wir wurden gebeten, ihn zu begutachten – und haben ihn nicht gelesen, sondern geladen.

  • Vollständiger Import der Inhalte in eine laufende PostgreSQL-Datenbank: über 37.000 Datensätze, jede Zeilenzahl gegen die Übergabe abgeglichen
  • Gefunden dabei: zwei Abweichungen zwischen Aufzählungstypen und tatsächlichen Werten, eine Unstimmigkeit in einem Sonderpfad sowie eine Konstellation, in der die Zugriffsbeschränkung auf Datenbankebene unbemerkt außer Kraft gesetzt worden wäre
  • Empfehlung zur Aufgabenteilung: Mandantentrennung in der Datenbank, Inhaltsberechtigungen in der Anwendungsschicht – mit Begründung, warum sich Letzteres nicht sauber in Datenbankregeln abbilden lässt
  • Infrastrukturvorschlag mit deutlich geringeren laufenden Kosten als der ursprünglich angenommene Dienst, bei gleicher Datenhaltung in Deutschland und ohne Einbahnstraße: der Wechsel bleibt ein reiner Datenbankumzug
Projekt

Fan-App und Fandaten für einen Basketballverein

Erstliga-Basketballverein in Kroatien, über Powerplay One

Ein Verein wollte seine Anhänger direkt erreichen, statt über Plattformen Dritter – und wissen, wer sie eigentlich sind.

  • Mobile App mit Vereinsinhalten aus einem Redaktionssystem, zweisprachig kroatisch und englisch, mit automatischem Abgleich neuer Beiträge
  • Live-Sportdaten über fünf Wettbewerbe hinweg – Tabellen, Ergebnisse, Spielerstatistiken und Spielrückblicke
  • Fankonten mit bewusst optionaler Anmeldung: die App ist ohne Konto vollständig nutzbar
  • Opt-in-Push-Benachrichtigungen, ausgelöst durch Veröffentlichung neuer Inhalte
  • Reichweitenmessung ausschließlich als eigene Erhebung, ohne Tracker Dritter
  • Vorgelagert eine Strategie für eine einheitliche Fandatenbasis: Bestandsaufnahme der verstreuten Datenquellen – Ticketing, Newsletter, Shop, soziale Kanäle – und Bewertung realistischer Umsetzungswege im Rahmen des Vereinsbudgets
  • Abschließend eine Bewertung der Startreife mit klarer Trennung zwischen fertigen Funktionen und solchen, die besser bewusst verschoben werden

Industrie und Mittelstand

Diese Arbeiten unterliegen Vertraulichkeitsvereinbarungen. Namen nennen wir auf Anfrage, soweit die jeweilige Vereinbarung es zulässt.

Projekt

Maschinelle Analyse juristischer Verträge

Legal-Tech-Unternehmen, Rahmenvertrag mit Abrufaufträgen

Ein Anbieter für automatisierte Vertragsprüfung brauchte belastbare Grundlagen für die Extraktion von Klauseln und Rechten aus Lizenz- und Kooperationsverträgen.

  • Aufbau und Aufbereitung eines Korpus von rund 200 realen Lizenz- und Vertriebsverträgen als Grundlage für Training und Evaluierung
  • Verfahren zur Extraktion strukturierter Information aus unstrukturiertem Vertragstext
  • Bewertung der Modellgüte und Vergleich mit am Markt verfügbaren Lösungen
  • Leistung im Team über einen Rahmenvertrag mit nachvollziehbarer Zeit- und Leistungserfassung je Mitarbeiter

Die entstandene Plattform war Teil der Grundlage einer erfolgreichen Finanzierungsrunde von über einer Million Euro.

Projekt

Praxisverwaltungssystem – Übernahme eines gescheiterten Projekts

Anbieter im Gesundheitswesen, zwei Jahre

Ein Vorgängerteam hatte über die Oberflächenentwürfe hinaus kaum Substanz geliefert, das Datenschema war widersprüchlich, die Codebasis ohne Dokumentation. Wir haben übernommen und ausgeliefert.

  • Bestandsaufnahme des vorhandenen Codes und schriftliche Dokumentation der Widersprüche im übergebenen Schema und in den Beispieldaten – als Erstes, vor jeder Zeile neuem Code
  • Neuaufbau von Datenbank, Migrationen und Anbindung; Bereinigung der von Werkzeugen erzeugten Altlasten
  • Fachliche Funktionen: Verwaltung von Praxen und Öffnungszeiten mit Kartenintegration, Favoritenlisten für Labore, Diagnosen und Radiologie, Mitarbeiter- und Rollenverwaltung, Abwesenheiten sowie Einladungs-E-Mails mit Bestätigungstoken
  • Aufwandsschätzung je Ausbauschritt und Abstimmung der Entwürfe mit dem Auftraggeber vor der Umsetzung

Warum es typisch für uns ist: Wir haben zuerst dokumentiert, was nicht zusammenpasst, und diese Analyse dem Auftraggeber gegeben – auch wenn sie unbequem war. Ohne diesen Schritt hätten wir die Fehler des Vorgängerteams fortgeschrieben.

Projekt

Risikobewertung und Simulation für ein Medizinprodukt

Hersteller von Applikationssystemen, mehrjährig

Für ein Mehrdosis-Augentropfensystem musste belegt werden, welchen Stoffmengen Patientinnen und Patienten tatsächlich ausgesetzt sind – in einer Form, die einer Zulassungsbehörde vorgelegt werden kann.

  • Strategie für die expositionsbasierte Risikobewertung des Produkts
  • Ableitung zulässiger Grenzwerte aus der verfügbaren Datenlage
  • Rechnergestützte Modellierung und Simulation als Ersatz für Messungen, die nicht durchführbar waren
  • Aufbereitung der Methodik und Ergebnisse für die Unterlagen an die US-Zulassungsbehörde FDA

Warum es typisch für uns ist: Nicht die Rechnung war der schwierige Teil, sondern sie so zu dokumentieren, dass eine Behörde ihr folgen kann – dieselbe Anforderung wie bei einem Austauschformat, nur mit einem einzigen, sehr genauen Leser.

Projekt

Mobile Anwendung für ein Apothekennetz

Apothekenverbund in Nordamerika

Ein Verbund selbständiger Apotheken über mehrere Provinzen wollte seinen Kunden eine gemeinsame App geben, ohne die Eigenständigkeit der einzelnen Standorte aufzugeben.

  • Filialsuche über Standortnähe, Ort und Postleitzahl sowie Name, mit Kartenansicht und Entfernungsberechnung
  • Detailseiten je Standort mit Inhaberin oder Inhaber, Öffnungszeiten, Leistungsangebot und direkter Anruf-, E-Mail- und Navigationsfunktion
  • Rezeptfunktion, Prospekte und Newsletter-Anmeldung sowie persönliche Favoriten
  • Anbindung an die bestehenden Filialdaten des Verbunds
  • Teil einer breiteren Plattform für Telemedizin und Rezeptverwaltung, ausgelegt auf die Anforderungen des kanadischen Datenschutzrechts (PIPEDA)

Eigene Forschung

Nicht jedes Projekt hat einen Auftraggeber. Einen Teil unserer Zeit stecken wir in eigene Untersuchungen – auch solche, die am Ende gegen eine Umsetzung sprechen.

Arbitrage an Kryptobörsen

Untersuchung der Preisunterschiede zwischen mehreren Handelsplätzen: Modellierung der vollständigen Kostenkette je Szenario – Einzahlungs-, Handels- und Auszahlungsgebühren – sowie der Ausführungs- und Transferzeiten, in denen der Preisvorteil verfällt. Ergänzend eine Rechnung zur Wirtschaftlichkeit eigener Rechenleistung.

Ergebnis: Die nominalen Spannen zwischen den Börsen waren real, aber nach Gebühren und Transferdauer für den untersuchten Kapitaleinsatz nicht verlässlich zu heben. Wir haben nicht investiert – und dieselbe Rechenweise seither in Wirtschaftlichkeitsbetrachtungen für Kunden verwendet.

Weitere Arbeiten

Über die genannten Projekte hinaus haben wir in EU-Forschungskonsortien zur tierversuchsfreien Sicherheitsbewertung mitgewirkt, an einem behördlich koordinierten internationalen Modellvergleich zu hormoneller Wirkung teilgenommen, ein Webportal für das Gesundheitskommunikations­programm einer US-Universität umgesetzt.

Referenzen im Detail

Zu einzelnen Projekten geben wir auf Anfrage nähere Auskunft, soweit die jeweilige Vertraulichkeitsvereinbarung dies zulässt. Für Ausschreibungen stellen wir die üblichen Nachweise zusammen – Referenzschreiben, Projektbeschreibungen und Lebensläufe.